Buzzwordalarm: Das Web ist im Moment 2.0. Ich persönlich wusste gar nicht, dass es davon eine Version 1.0 gab. Nicht nachvollziehbare Versionssprünge sind allerdings im Marketing Normalbetrieb, also am besten nicht weiter wundern.
Was ich eigentlich schreiben wollte: Ich hab' mir die letzten Wochen und Monate also auch eine Menge dieser
Web 2.0-Applikationen angesehen. Und einige wenige für gut und brauchbar und vor allem für mich als nutzbar befunden. Allen voran
Google Calendar und
Google Mail. Bis vor kurzem waren das noch zwei eigenständige, aber trotzdem sehr brauchbare Applikationen. Nutzt man Google Mail mit dem englischen Userinterface English (US), erscheint seit kurzem beim Erstellen einer neuen Mail ein Knopf, um Termindetails mit anzugeben. Die dann automatisch im Kalender eingetragen werden. Nutzt der Mailempfänger ebenfalls den Google Kalender (entscheidend ist die Mailadresse), bekommt der da auch eine Einladung mit rein. Schicke Sache das. Google goes Outlook... Ich gehe fest davon aus, dass dieses Feature auch bald in das deutschsprachige Userinterface einziehen wird.
Der Kalender ist auch recht schick, um z. B. ein kleines Team oder eine Partnerschaft zu koordinieren :-) Fremde Kalender lassen sich leicht hinzufügen und bei Bedarf per Mausklick ein- und ausblenden. Google unterstützt
iCal-Format, damit steht einem die ganze Online-Welt an bunten Kalender offen. Zugegeben, Google ist
nicht ganz unumstritten. Mir ist das klar, ich kann trotzdem gut damit leben. Neuerdings bietet Google sogar eine personalisierte Startseite. Auch dort kann man -- natürlich -- Kalender und Mail integrieren. Wer einen Google-Account braucht: Mail. Ich hab' noch eine ganze Menge Einladungen, die ich unter's Volk streuen kann.
Was bei Google im Moment noch fehlt, ist eine brauchbare Todo-Listen-Verwaltung. Ich benutze dazu im Moment den kostenfreien Teil von
Toodledo. Übersichtlich, schnell, für mich völlig ausreichend.
Information hole ich schon lange nicht mehr von den klassischen Medien. Zeitunglesen habe ich vor einem guten Jahr aufgehört, Fernsehen Anfang 2006. Stattdessen bin ich zu beinahe 100% auf Weblogs umgestiegen. Sinnigerweise solche mit
RSS-Feed, dann kriegt man die News ohne zutun ins Haus geliefert. Um von Aufenthaltsort und Rechner unabhängig zu sein bietet sich an, den Feed-Reader ins Web zu verlagen. Meine Wahl an der Stelle:
Bloglines.
Zur zentralen Verwaltung von Bookmarks gibt es etliche Dienste. Der größte, bekannteste dürfte
del.cio.us sein. Mir persönlich ist das zu umständlich. Trotzdem nutze ich sowas. Aber mehr für solche Adressen, wo ich der Meinung bin, sie könnte auch für andere interessant sein. Dann allerdings bevorzuge ich -- aus keinem besonderen Grund --
Mister Wong. Wer seine Bookmarks lieber nicht mit der Öffentlichkeit teilen mag, aber trotzdem eine zentrale Ablage von Bookmarks haben will, sollte sich mal die Kombination
Firefox und
Google Browser Sync ansehen. Letzteres ist eine Firefox-Extension, die offene Tabs, Bookmarks und noch ein paar praktische Dinge mehr zentral im Google-Account speichert und beim Neustart des Browsers von dort lädt. Dabei ist es egal, auf welchem Rechner oder unter welchem Betriebssystem der Browser gestartet wird. Wichtig ist nur, dass der Browser auf jedem Rechner mit dieser Extension ausgestattet ist.
Bleibt noch die Spassfraktion. Die besteht bei mir aus
last.fm für Musik und
Flickr für Bilder. Musik höre ich nach wie vor eigentlich bevorzugt aus der heimischen Konserve, fuer last.fm Geld zu bezahlen, scheint mir also unsinnig. Bei Flickr dagegen bin ich vor einem knappen Jahr ziemlich schnell an die Grenzen des Umsonst-Accounts gestoßen, also Bezahlaccount.
Wer über Web 2.0 noch mehr lesen will: Es gibt eine recht interessante
vorläufige Bestandsaufnahme vom Mai 2006 und ein
deutschsprachiges Sammelalbum von Web 2.0 Sites. Darin enthalten Link und Kurzbeschreibung. Die einzelnen Einträge sind über Tags auffindbar und haben User-Bewertungen. In vielen Städten Deutschlands gibt es außerdem mehr oder weniger regelmäßige Treffen von Entwicklern, Usern und Verkäufern von Web 2.0 Diensten. Diese Veranstaltung läuft unter dem Namen
Webmontag.