Artikel mit Tag linuxtag2006-05-05Heisse Luft in der IT
Gestern Abend war Social Event im Rahmen des LinuxTags in Wiesbaden. Mit dem ersten Bier und einem ersten Teller vom leckeren Buffet haben wir uns halt mal an den nächstbesten Tisch gesetzt, an dem wir jemanden kannten. Ich hab' ja gleich gewarnt, dass da eine recht anstrengende Nase mit am Tisch sitzt. Aber egal, Partystimmung, das wird schon irgendwie klappen. Kaum, dass wir eine Minute gesessen sind, hat uns Mister Anstrengend auch schon das erste Gespräch ins Ohr geschraubt. Dabei wollten wir doch eigentlich erstmal nur essen. Eine Mail-Lösung hätte er. Exchange-Ersatz. "Ja", sage ich, "kenne ich, wir hatten mal zusammen das Vergnügen in einer Schulung." Ich Trainierter, er Trainer. War damals schon viel heisse Luft bei. Wurde in den letzten Jahren nicht besser. Am Schluß stellt sich raus, einer seiner Jobs in der jetzigen Firma sei Business Development Manager. K. wollte eine Visitenkarte haben. Nach ein paar Minuten stöbern in der Krabbelkiste -- pardon, Rucksack -- steht fest: Der Herr Business Developer hat angeblich keine mehr. Also auf ein Zettelchen schreiben. Erneutes stöbern: Auch kein Stift zu finden. Geschweige denn Papier. Zwischen zwei Bissen Antipasti habe ich dann recht kommentarlos Stift und Zettel gereicht. Ein Techniker hat sowas (fast) immer am Mann. Könnte ja sein, dass mal die Visitenkarten ausgehen. Dann ist man froh, wenn man wenigstens Papier und Stift bei sich hat...
Am GUUG-Stand außerdem auffällig: Etliche Menschen, die viel wissen, auch und gerade in sehr spezifischen, seltenen Fachsparten, scheinbar engagiert sind, aber trotzdem keine Arbeit haben bzw. finden. Warum wird schnell klar: Techniker haben halt mal in vielen Fällen kein Verkaufstalent. Weder für Produkte, noch für sich selbst. Da kann man sich noch so viel selber beweihräuchern, heilig wird man dadurch auch nicht. Weitere Erkenntnis, schon lange bekannt aber wieder mal im Feldversuch aufgefrischt: Viel Reden heisst nicht zwangsläufig viel Qualität reden. Dampfplauderer saugen. K. und ich sind uns darüber sehr einig. Impressionen vom LinuxTag 2006? Ja. Da. 2005-06-25LinuxTag 2005...
...ist vorbei. Heimfahrt, im Zug irgendwo zwischen Stuttgart und Ulm. Entspannter Event, war schon richtig, dass ich Urlaub genommen habe. Selbst die Temperaturen haben gepasst. Lockere 34 Grad im Schatten und das die ganze Woche. Abends angenehme Wärme, um bis weit nach Mitternacht draussen zu sitzen und kühles Bier oder auch leckeren Rotwein zu genießen.
Ein paar Ideen und daraus resultierende Aufgaben haben sich ergeben. Ein neuer Flyer für die GUUG soll her. Und eine Vorlage für Plakate. Brauche ich nicht alleine zu machen, für die fachlichen Details leisten wir uns seit kurzem ja eine marketingerfahrene Pressereferentin. Gemeinsam werden wir das schon irgendwie hin bekommen. Was sonst noch: Weniger hacking kids als auf CCC-Veranstaltungen, weniger Schlipsträger als auf Systems etc. Der Nerdfaktor war trotzdem recht hoch. Irgendwie ist das immer eine ganz eigene Mischung aus Business und Hacking-Event. Wir am GUUG-Stand haben eher für ein geselliges Beisammensein interessanter Linux-Gesichter gesorgt. Kaffe und kalte Getränke, funktionierendes Netzwerk, Massagestuhl (vom Linux Hotel). Uns gegenüber zwei bezaubernde junge Damen der Medienoffensive Baden-Wuerttemberg. Mit dem nicht sehr aufregenden Job, Vorbeilaufende dazu zu animieren, ihre Mailadresse für einen Newsletter abzugeben. Sie wirkten trotzdem zufrieden. Hotel war brauchbar. Leider kann ich mit Klimaanlage nicht schlafen und die Fenster konnte man nur einen Spalt breit öffnen. Eines je Zimmer. Anstatt schlafen war also nur Terasse mit Wein oder Bier möglich. Entsprechend kurz waren die Nächte. Anregend auch die Gespräche am social event. Weniger anregend der schwache Durchsatz und vor allem die hohe Latenz an den beiden Zapfhähnen. Zweihundert tagsüber in der Hitze darbende Techniker sind am Abend eben besonders durstig. Schade, dass der Veranstalter das offenbar nur mäßig berücksichtigt hat... Ebenfalls schrecklich war das Studentenessen am AKK-Fest der KaLUG. Gelungen dafür die Debian Sarge Releaseparty mit Ausschnitten aus Toy Story, die die einzelnen Release Names von Debian zu erläutern versuchten. Merke: Bei einer Ansammlug zufällig zusammengewürfelter Menschen ist immer eine Nase dabei, die besonders nervt. Ich habe halt auch so meine Probleme mit Dummschwätzern, Dampfplauderern und Quasselstrippen. Alles vereint in einer Person kann besonders nerven. Er war halt auch noch ziemlich jung. B., R. und ich sind uns allerdings einig, dass sich das im Alter nicht wesentlich bessern wird. Vorträge habe ich so gut wie keine besucht, war nichts wirklich brauchbares dabei. Gut war die Keynote des freien Vortragsprogramms von Jimmy "Jimbo" Wales, Begründer von Wikipedia. Darin ein paar Verbreitungszahlen, ein paar Blicke hinter die Community. Und ein unterhaltsamer Redner. Die restlichen Vorträge habe ich nicht zu Ende gehört. Entweder, weil der Redner schlecht war, das Thema sich im Abstract interessanter las als es am Ende war oder der Raum überfüllt und überhitzt war, so dass ich nach 5min gegen den Schlaf ankämpfen musste. Danke an den IBM-Stand, der mir zwischendurch mit einem Netzteil für mein Notebook aushalf, das habe ich nämlich zuhause vergessen. Gleiches an Michael vom Linux-Hotel. Dank dem Internet-Cafe der KaLUG war das vergessene Netzteil sehr leicht zu verschmerzen. Mal sehen, ob ich zum nächsten Event Mitte Oktober in Hamburg dann schon Solaris auf meinem X31 am Laufen habe. Eines der Ziele für die nächsten Wochen. OpenSolaris wird so schnell nicht in einer brauchbaren Form zur Verfügung stehen, fürchte ich... Note to self: Gentoo probieren. Unbedingt. Und jetzt zerfließe ich weiter, der Abteilwagen hier hat nämlich keine Klimaanlage und mit offenem Fenstern ist es böse laut :-( 2004-06-27Geekweek
Von Mittwoch bis einschliesslich Samstag war LinuxTag in Karlsruhe. Toll, wenn $ARBEITGEBER Fahrt und Hotel zahlt. Wenn auch nur Donnerstag bis Samstag. Hotel war Klasse und in Walking Distance zum Kongresszentrum bzw. zur Innenstadt. Essen im Kongresszentrum wie erwartet teuer (eine außerbayerische Breze stolze EUR 1.10). Dafür hat der türkische Imbiss auf der anderen Strassenseite — nicht zuletzt dank promptem Service und für einen Imbiss sehr reichlicher Auswahl — gut Geschäft gemacht. Außerdem war's auch noch lecker.
Was gab's fachliches: Linux bekommt zunehmend Features verpasst, um auch im Enterprise-Umfeld bestehen zu können. RedHat released ein Global File System unter GPL, das zukünftig direkt in den Kernel wandern soll. PostgreSQL bekommt Replikation. Cluster ist bei weitem nicht gleich Cluster. Geeks und Krawattenträger sind nur bedingt kompatibel. Das Vortragsprogramm war — trotz oder vielleicht genau wegen Umsonst — sehr brauchbar: screen von Sven Guckes, GNU arch von Anselm Lingnau, subversion und submaster von Clifford Wolf. Was zu Amanda Backup. Verschiedenes über Grid Computing. Zitat FZ Karlsruhe: "Was Oracle mit ihrem 10g macht ist Kinderkram, aber kein Grid." Ich nehme an, Oracle wird das anders sehen :-) Die größten Stände hatten HP, SAP, Sun, Novell, RedHat. Für die Größe der Ausstellung auffallend viele Verlage, allen voran — natürlich — O'Reilly (an dieser Stelle danke für das Bier am Donnerstag abend). Auch Lehmanns hatte einen Verkaufsstand. Und natürlich war genug Gelegenheit, sich mit den üblichen Devotionalien einzudecken. Für mich ebenfalls ein erstes Mal: Hacking Contest. Interessant. Socialising: Endlich mal Gelegenheit, einige GUUG-Leute persönlich kennen zu lernen. Speziell auch welche aus dem sage@guug Umfeld. Gleiches für Leute aus dem Debian-Umfeld. Am Donnerstag abend die allererste aktive Teilnahme meines Lebens an einer Demo. Es ging — natürlich — um Softwarepatente. Danach Party bei der KALUG. Schöner Campus, nette Party, gutes Bier, zu scharfes Gulasch. Als wir den Heimweg zum Bahnhof (da war das Hotel) zu Fuß antreten wollten und nach dem Weg fragten, wurden wir bestaunt wie ein paar Gelbe Weisswürste. Gut, war schon ein bisschen weit (45min) aber eigentlich kein wirkliches Problem. Am Freitag abend wäre social event gewesen, den haben wir aber sausen lassen. Kein Bock und eigentlich zu teuer (EUR 25,- je Nase). Also — wieder zu Fuss — in die Innenstadt. Dort haben wir einen gemütlichen asiatischen Imbiss gefunden. Lecker und billig. Danach Sightseeing: Schloss, irgendwelche Bundesgerichtsgebäude, anderes öffentliches, Fußgängerzone (Eis ist billig: eine Kugel EUR 0.60). Fazit: Als Aussteller unbrauchbar, zu falsches Zielpublikum für meinen Arbeitgeber. Als Techniker kostenlos, aber bei weitem nicht umsonst. Danke $CHEF, dafür. Sofern nicht $KUNDE dazwischenkommt, werde ich das auch nächstes Jahr wieder anpeilen. Dann wahrscheinlich mit Marco... Wenn ich Zeit habe, mache ich aus [den eckigen Klammern] auch Links... Derzeit bin ich aber noch auf Tournee und deswegen kaum online, um die Links auch zu verifizieren... [2004-07-07] Update: Ich hatte endlich Zeit und habe die vormals eckigen Klammern durch vernünftige Links ersetzt.
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