Boomer Bends (Album der Woche KW42/2025)

Weil ich mich wieder mehr und ausführlicher mit Musik beschäftigen will – ganz so wie als Jugendlicher, wo ein neues Album bis zum nächsten Mal Taschengeld reichen musst – höre ich jede Woche bevorzugt und nach Möglichkeit ein paar mal auch sehr bewusst ein Album aus dem Stapel der in den letzten zwei Jahren gekauften CDs.

In der vergangenen Woche war das Boomer Bends des Gitarristen und Keyboarders Ali Neander, erschienen 2024. Bis auf einen einzigen Song ist das ein Instrumentalalbum voll mit schönstem Fusionrock. Gekauft habe ich mir das Album, weil dort auf den meisten Tracks die deutsche Annika Nilles am Schlagzeug sitzt, von deren Musik und Schlagzeugarbeit ich schon eine ganze Weile lang kaum genug kriegen kann.

Nächste Woche bleibt die Musik vertrackt und komplex, aber die Gitarrenverstärker werden zwei Nummern größer.

The Overview (Album der Woche KW40)

Das Album der vergangenen Woche lief eigentlich zwei Wochen lang, weil ich in der ersten Woche nur wenig Zeit fand, der Musik zu lauschen. Und Steven Wilson hat es verdient, dass man ihm aufmerksam zuhört. Auf The Overview gibt es knapp über 40min feinen aber nicht verfrickelten Progrock, verteilt auf gerade mal zwei Songs. Auf jeden Fall hörenswert.

In der aktuellen Woche wird es krautig.

Learning by Doing – Microcode

Ich habe 1990 eine Ausbildung zum Energiegeräteelektroniker in einem größeren deutschen Industrieunternehmen abgeschlossen. Unmittelbar nach der Ausbildung habe ich ein Fachabitur gemacht um Elektrotechnik studieren zu können. Ich wollte wissen, weshalb Dinge, die ich als Elektriker zusammen klemmte, so funktionieren, wie sie funktionieren. Im Studium habe ich (neben vielen anderen interessanten Dingen) allerlei gelernt über Digitaltechnik, Mikrocomputer und Assembler-Programmierung. Ich weiß, wie Interrupts und Speicheradressen funktionieren, wie man ein Schieberegister oder einen Addierer baut, wie man Karnaugh-Diagramme benutzt, daraus Logik-Gleichungen ableitet und die auf ein benutzbares Maß einkürzt.

An was ich mich aber nicht erinnern kann, und was mir bis heute fehlt: Ein grundlegendes Verständnis dafür, wie aus einem Assembler-Mnemonic die passenden Einsen und Nullen werden für die Logik-Gatter, und welche Gatter (und Baugruppen) man dazu auf welche Weise sinnvoll miteinander verschaltet, damit eine CPU genau das tut, was das Mnemonic möchte. Also alles das, was man wohl unter dem Begriff Microcode zusammen fassen würde.

Und nun ja … damit ich das endlich gründlich verstehe, überlege ich jetzt, eine eigene (einfache) CPU zu bauen aus z. B. TTL-Bausteinen. 7400 drängt sich da auf. Muss ja erstmal gar nicht viel können. ein Akku, ein Register, Load, Store, Add. Zum Lernen würde das vermutlich reichen.

Erstmal lesen. Meine bewährte Strategie, wenn ich mit neuen Ideen daher komme.

In for the Kill (Album der Woche KW38/2025)

Budgie – In for the Kill

Mein Album der Woche für die heute zu Ende gehende Woche: Budgie – In for the Kill. Erschienen 1974, von mir gekauft vor wenigen Wochen. Feinster 70er Hardrock.

Idee: Mich wie früher als Schüler intensiv mit einem Album beschäftigen, weil ich damals kein Geld für ständig neue Platten hatte und es natürlich auch kein Streaming gab. #rocknroll #budgie #albumderwoche

Live from Auditorio Nacional, CDMX (Album der Woche KW37/2025)

The Warning – Live

Auch die Gen Z kann Rocknroll, und zwar mit Wumms. The Warning sind drei Schwestern aus Mexiko, haben mit Anfang 20 ihr zehnjähriges Bühnenjubiläum als Band, wurden per YouTube/Instagram groß und haben Anfang 2025 das Auditorio Nacional in Mexiko Stadt an drei (fast) aufeinanderfolgenden Abenden ausverkauft. Da passen jeweils 10.000 Menschen rein. Aufnahmen aus diesen drei Konzerten wurden als das erste Live-Album der Band veröffentlicht. Und genau das ist mein Album der Woche. Rockmusik lebt. Sie kommt halt jetzt nicht mehr aus Nordamerika.

Low – Album der Woche KW36/2025

Weit hinten im Stapel „zuletzt neu gekauft“ habe ich das Album Low des Künstlers Chrislo gefunden, erschienen bereits 1998, gekauft irgendwann in 2024. Daran hatte ich mich schon gar nicht mehr erinnert. Im Rahmen meiner Idee, sich wie früher als Jugendlicher einem Album über einen längeren Zeitraum intensiver zu beschäftigen, war Low vergangene Woche bei mir auf heavy rotation. Oder sollte es jedenfalls sein. Und naja, es ist Techno. Dazu muss ich in Stimmung sein, vergangene Woche war ich es nicht.

Irgendwann bekommt das Album eine neue Chance, ich weiß jetzt ja, was drauf ist und was ich zu erwarten habe.

Cheating the Polygraph (Album der Woche KW35/2025

Jede Woche bevorzugt nur ein Album hören, um sich wieder intensiver mit Musik zu beschäftigen, so wie als Jugendlicher, wo man viel Zeit aber wenig Geld hatte. Vergangene Woche war mein Album der Woche „Cheating the Polygraph“ von Gavin Harrison. Der trommelt u. a. bei Porcupine Tree und hat einige der Songs dieser Band für dieses Album auf Bigband und Bläser umgearbeitet. Macht anspruchsvolle Laune, das Album.

Vaudeville 8:45 (Album der Woche KW34/2025)

The Trackers - Vaudeville 8:45

Neuerdings beschäftige ich mich musikalisch immer eine Woche lang mehr oder weniger mit einem einzelnen Album, um damit an meine Jugendzeit anzuknüpfen. Von meinem Taschengeld konnte ich mir im Monat bestenfalls zwei neue Platten kaufen und verbrachte entsprechend viel Zeit mit diesen Alben. Ich kann jetzt zwar mehr kaufen, und könnte dank Streaming noch viel mehr hören, dabei geht aber der Bezug zur Musik verloren. Also verbringe ich die nächsten Wochen immer mit einem Album aus dem Stapel der Neuzugänge aus ca. dem letzten Jahr.

In KW35/2025 habe ich überwiegend dem Album „Vaudeville 8:45“ der Band „The Trackers“. Dahinter stehen die beiden Jazzmusiker Gary Husband (dr, key) und Alf Terje Hana (git, key), das Album ist ein Jazzrock-Fusion-Feuerwerk.

Flower Torania (Album der Woche KW33/2025)

In der zu Ende gehenden Woche habe ich mich musikalisch insbesondere mit dem Album »Flower Torania« der englischen Band Zio beschäftigt. Wird eingeordnet als Progrock, ich würde die meisten Teile in die Ecke „progressive Symphonic Rock“ einsortieren, das Ende der Platte wird leider bisserl popmusikseicht. #albumderwoche #rocknroll

ZIO – Flower Torania

Acid in Wounderland (Album der Woche KW31/2025)

Album der Woche: »Acid In Wounderland« der Band Ego on the Rocks. Dahinter stecken die beiden Musiker Jürgen Rosenthal und Detlev Schmidtchen, die nach ihrer Zeit bei/mit den frühen Eloy 1981 diese Platte raus brachten. Beide Künstler waren bei Eloy auch kreativ/künstlerisch tätig, was man diesem Album deutlich anhört.

Ego on the Rocks – Acid in Wounderland

Hans Wenck – Fotosatztechniken

Titelbild des Buches "Fotosatztechniken" von Hans Wenck

Zu Fotosatz gibt es vergleichsweise wenig Literatur, die Technologie wurde aber auch nur 20, 30 Jahre intensiv eingesetzt, ehe Fotosatz und Lichtsatz von Desktop Publishing abgelöst wurde.

Das schmale Buch von Hans Wenck umreisst alle wichtigen Begriffe und Verfahren rund um den Fotosatz, Zielgruppe sind Auszubildende im grafischen Gewerbe. Es beginnt mit dem sog. Titelfotosatz, die beiden umfangreicheren Kapitel beschäftigen sich anschließend mit sog. Kompaktsystemen und Verbundsystemen. Ein Fachwörter-Verzeichnis und mehrere Seiten Rechenaufgaben aus dem Berufsfeld des Fotosetzers runden das Buch ab.

Für den Titelsatz wird lediglich auf Handgeräte eingegangen, mit denen man händisch Titel setzt bzw. auf Folie für den späteren Druck belichtet. Kompaktsysteme behandeln das weite Feld der integrierten Satzsysteme, wo Texteingabe per Tastatur und Belichtung der späteren Druckfolie direkt im Gerät passiert. Verbundsysteme sind – wie der Name vermuten lässt – vernetzte Geräte mit getrennten Arbeitsstationen zur Texteingabe, einem (zentralen) Satzrechner zur Berechnung der Umbrüche und Seiten-Layouts, zentralen Speichereinheiten und als Peripherie angeschlossene Belichter.

Die Beschreibungen zu einzelnen Geräten und Vorgehensweisen ist knapp, aber ausreichend. Bilder und Zeichnungen helfen beim Verstehen. Zu Fotosatz gehört immer auch eine Portion Optik, schließlich benutzt man Linsen und Licht, um die Größe von Buchstaben zu verändern. Das Buch geht auch auf allerlei Fehlerbilder ein, die bei nicht korrekter oder falscher Einstellung und Handhabung der Geräte entstehen können. Zu allen Geräteklassen gibt es allgemeine Kapitel, die den typischen Funktionsumfang und die typische Bedienung beschreiben – von der Texteingabe über den Satz per Auszeichnungsbefehle bis hin zur Belichtung. Nach dem allgemeinen Teil wird auf typische (und verbreitete) Vertreter der jeweiligen Geräteklassen eingegangen und deren Besonderheiten und Unterschiede beleuchtet.

In 2025 ist dieses Buch ganz sicher aus der Zeit gefallen, Digitaldruck wird seit vielen Jahren flächendeckend eingesetzt. Es gibt aber einen guten, leicht verdaulichen Überblick in die Welt des Fotosatz, und macht zumindest mir Lust auch mehr.

Hans Wenck
Fotosatztechniken
Verlag Beruf + Schule, 1983
ISBN 3-88013-204-6

Synapseninferno wieder im Rennen

Manchmal möchte man längere Gedanken formulieren, als sie in 240 Twitter-Zeichen Platz haben. Schon lange liegt diese WordPress-Installation rum und wartet darauf, reaktiviert zu werden. Und jetzt ist es so weit. Zuerst werden einige wenige Artikel hier einziehen, die aus einem XML-Archiv der letzten Instanz des Synapseninfernos entstammen.

Ich weiß nicht mehr so richtig, wann ich mit dem Bloggen anfing, vermutlich zum Jahresanfang 2004. Jedenfalls gibt es im o. g. Archiv einen Artikel vom Januar 2004, in dem ich darüber schreibe, wie ich nach einer Blog-Software suche. Die ersten Artikel im Archiv sind vom September 2001. Ich habe einige meiner E-Mails „verbloggt“, in denen ich Dinge erklärt habe, von denen ich damals dachte, dass sie für mehr als nur den E-Mail-Empfänger interessant wären.

Der letzte Artikel im Archiv ist vom Dezember 2014. Ab da habe ich mich auf’s Microblogging per Google+, Twitter und Facebook verlegt. Später kamen Instagram, Mastodon, Despora dazu. Und jetzt eben wieder ein privates Blog.

Alle drei Jahre neue Hardware?

Gelegentlich werde ich gefragt, wie lange man sinnvollerweise IT-Equipment in Betrieb hält.

IT-Equipment altert in der Regel kaufmännisch und nicht technisch. Heißt: nach drei bis fünf Jahren – je nach Hersteller und abgeschlossenem Wartungsvertrag bei Hardwarekauf – wird der Wartungsvertrag für die Hardware so teuer, dass es billiger ist, etwas Neues zu kaufen. Der erforderliche Migrationsaufwand wird dabei häufig nicht berücksichtigt oder schön geredet bzw. schön gerechnet. Ist ja auch meist eine andere Kostenstelle beziehungsweise ein anderer Geldtopf.

Warum ist das so? Der Hersteller kann oder will nicht ewig lang Ersatzteile vorhalten und kann oder will es sich auch nicht leisten, qualifizierte Techniker mit altem Kram zu belasten. Außerdem hat der Hersteller ein Interesse daran, neue Hardware zu verkaufen, damit verdient er schließlich sein Geld.

Alte Hardware wird entweder ohne Wartungsvertrag beim Kunden weiter betrieben, beispielsweise für Testumgebungen, oder verschrottet. Häufig nehmen Hersteller alte Hardware auch in Zahlung oder lösen sie gegen gute Preisnachlässe ab. Der Preisnachlass wird häufig umso größer, je mehr alte Hardware des Mitbewerbers man los werden will. Hersteller lassen sich größere Anteile am IT-Kuchen nämlich durchaus was kosten.

Kein Hersteller hat Interesse, dass seine alte Hardware in einem von ihm unkontrollierten Gebraucht-Kreislauf landet. Daran verdient er ja nichts. Viele Hersteller betreiben deshalb auch selbst Geschäft mit sogenannten refurbished Geräten bzw. Einzelkomponenten. Diese sind dann meistens generalüberholt, ggf. repariert, getestet und werden mit entsprechender Garantie verkauft. Für jemanden, der aus Gründen noch alte Hardware betreiben muss, ist das häufig eine sinnvolle Möglichkeit, an Ersatzteile zu kommen, wenn der Wartungsvertrag schon längst abgelaufen ist. Auch für Hersteller ist das oft ein Weg, Ersatzteile für besonders alte Geräte vorzuhalten, für die Kunden noch Wartungsverträge laufen haben. Besonders lange in Betrieb sind häufig Industriesteuerungen oder auch Equipment im militärischen Einsatz.

Die Möglichkeit, beim Kauf auf einen Wartungsvertrag zu verzichten und sich statt dessen mit ausreichend Ersatzteilen einzudecken, machen nach meiner Erfahrung nur sehr wenige Kunden. In den meisten Fällen ist auch davon abzuraten, weil kaum jemand geeignete Lagerbedingungen für Ersatzteile hat. Die Lager von Festplatten können beispielsweise im Ersatzteil-Schrank festkleben, weil das Fett darin altert. Dann nimmt man eine drei Jahre alte aber noch nagelneue Festplatte aus dem Regal und wundert sich, dass sie nicht anläuft. Hersteller betreiben Ersatzteillager unter klimatisch optimalen Bedingungen bzw. liefern eine neuere, aber für das entsprechende System getestete, zertifizierte und freigegebene Komponente als Ersatzteil.

Schließlich ist der wirtschaftliche Gewinn aus dem Handel und Recycling mit Schrott nicht zu unterschätzen. Für große Hersteller mit entsprechendem Hardware-Durchsatz kann der Handel mit Schrott finanziell durchaus interessant sein, finden sich in quasi allen Systemen doch irgendwo Edelmetalle und seltene Erden in elektronischen Bauteilen. Noch rentabler kann es sein, wenn der Hersteller gleich selbst recycled und erst die wieder gewonnenen Rohstoffe zu Geld macht.

Gibt es techische Gründe, alle paar Jahre die Hardware zu tauschen?

Aus meiner Sicht nein. Leistungssteigerung gibt es seit ein paar Jahren kaum mehr. Die Drehzahl von Festplatten stagniert seit etlichen Jahren bei 10.000 RPM, die maximale Taktfrequenz von handelsüblichen CPUs (Intel-kompatibel) hat seit zwei Jahren ihr Maximum in der Gegend um 3 GHz.

Leistungssteigerungen gibt es bei CPUs durch mehr und mehr Kerne, das muss aber Betriebssystem und Anwendung mitmachen. Hier sind noch längst nicht alle Softwarepakete und Betriebssystem optimiert. An dieser Stelle wird, meiner Meinung nach, in den nächsten Jahren am Meisten passieren. Nicht jedes Problem eignet sich allerdings dafür, auf viele Cores verteilt, be- oder verarbeitet zu werden.

Bei Festplatten gibt es seit ein paar Jahren Flash-Disks bzw. SSDs. Sie beeindrucken mit erstaunlicher Performance, aber sie sind kein Garant für eine Steigerung der Leistung des Gesamtsystems. Wieviel eine SSD bringt und an welcher Stelle sie optimal im I/O-Subsystem eingesetzt wird, hängt stark von der Anwendung ab.

Das Geschäft mit IT-Hardware ist eigentlich ein ziemlich schmutziges. Das mit Software je nach Blickwinkel auch. Open Source macht es häufig ein kleines bisschen sauberer.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der sys4 AG.