Synapseninferno wieder im Rennen

Manchmal möchte man längere Gedanken formulieren, als sie in 240 Twitter-Zeichen Platz haben. Schon lange liegt diese WordPress-Installation rum und wartet darauf, reaktiviert zu werden. Und jetzt ist es so weit. Zuerst werden einige wenige Artikel hier einziehen, die aus einem XML-Archiv der letzten Instanz des Synapseninfernos entstammen.

Ich weiß nicht mehr so richtig, wann ich mit dem Bloggen anfing, vermutlich zum Jahresanfang 2004. Jedenfalls gibt es im o. g. Archiv einen Artikel vom Januar 2004, in dem ich darüber schreibe, wie ich nach einer Blog-Software suche. Die ersten Artikel im Archiv sind vom September 2001. Ich habe einige meiner E-Mails „verbloggt“, in denen ich Dinge erklärt habe, von denen ich damals dachte, dass sie für mehr als nur den E-Mail-Empfänger interessant wären.

Der letzte Artikel im Archiv ist vom Dezember 2014. Ab da habe ich mich auf’s Microblogging per Google+, Twitter und Facebook verlegt. Später kamen Instagram, Mastodon, Despora dazu. Und jetzt eben wieder ein privates Blog.

Alle drei Jahre neue Hardware?

Gelegentlich werde ich gefragt, wie lange man sinnvollerweise IT-Equipment in Betrieb hält.

IT-Equipment altert in der Regel kaufmännisch und nicht technisch. Heißt: nach drei bis fünf Jahren – je nach Hersteller und abgeschlossenem Wartungsvertrag bei Hardwarekauf – wird der Wartungsvertrag für die Hardware so teuer, dass es billiger ist, etwas Neues zu kaufen. Der erforderliche Migrationsaufwand wird dabei häufig nicht berücksichtigt oder schön geredet bzw. schön gerechnet. Ist ja auch meist eine andere Kostenstelle beziehungsweise ein anderer Geldtopf.

Warum ist das so? Der Hersteller kann oder will nicht ewig lang Ersatzteile vorhalten und kann oder will es sich auch nicht leisten, qualifizierte Techniker mit altem Kram zu belasten. Außerdem hat der Hersteller ein Interesse daran, neue Hardware zu verkaufen, damit verdient er schließlich sein Geld.

Alte Hardware wird entweder ohne Wartungsvertrag beim Kunden weiter betrieben, beispielsweise für Testumgebungen, oder verschrottet. Häufig nehmen Hersteller alte Hardware auch in Zahlung oder lösen sie gegen gute Preisnachlässe ab. Der Preisnachlass wird häufig umso größer, je mehr alte Hardware des Mitbewerbers man los werden will. Hersteller lassen sich größere Anteile am IT-Kuchen nämlich durchaus was kosten.

Kein Hersteller hat Interesse, dass seine alte Hardware in einem von ihm unkontrollierten Gebraucht-Kreislauf landet. Daran verdient er ja nichts. Viele Hersteller betreiben deshalb auch selbst Geschäft mit sogenannten refurbished Geräten bzw. Einzelkomponenten. Diese sind dann meistens generalüberholt, ggf. repariert, getestet und werden mit entsprechender Garantie verkauft. Für jemanden, der aus Gründen noch alte Hardware betreiben muss, ist das häufig eine sinnvolle Möglichkeit, an Ersatzteile zu kommen, wenn der Wartungsvertrag schon längst abgelaufen ist. Auch für Hersteller ist das oft ein Weg, Ersatzteile für besonders alte Geräte vorzuhalten, für die Kunden noch Wartungsverträge laufen haben. Besonders lange in Betrieb sind häufig Industriesteuerungen oder auch Equipment im militärischen Einsatz.

Die Möglichkeit, beim Kauf auf einen Wartungsvertrag zu verzichten und sich statt dessen mit ausreichend Ersatzteilen einzudecken, machen nach meiner Erfahrung nur sehr wenige Kunden. In den meisten Fällen ist auch davon abzuraten, weil kaum jemand geeignete Lagerbedingungen für Ersatzteile hat. Die Lager von Festplatten können beispielsweise im Ersatzteil-Schrank festkleben, weil das Fett darin altert. Dann nimmt man eine drei Jahre alte aber noch nagelneue Festplatte aus dem Regal und wundert sich, dass sie nicht anläuft. Hersteller betreiben Ersatzteillager unter klimatisch optimalen Bedingungen bzw. liefern eine neuere, aber für das entsprechende System getestete, zertifizierte und freigegebene Komponente als Ersatzteil.

Schließlich ist der wirtschaftliche Gewinn aus dem Handel und Recycling mit Schrott nicht zu unterschätzen. Für große Hersteller mit entsprechendem Hardware-Durchsatz kann der Handel mit Schrott finanziell durchaus interessant sein, finden sich in quasi allen Systemen doch irgendwo Edelmetalle und seltene Erden in elektronischen Bauteilen. Noch rentabler kann es sein, wenn der Hersteller gleich selbst recycled und erst die wieder gewonnenen Rohstoffe zu Geld macht.

Gibt es techische Gründe, alle paar Jahre die Hardware zu tauschen?

Aus meiner Sicht nein. Leistungssteigerung gibt es seit ein paar Jahren kaum mehr. Die Drehzahl von Festplatten stagniert seit etlichen Jahren bei 10.000 RPM, die maximale Taktfrequenz von handelsüblichen CPUs (Intel-kompatibel) hat seit zwei Jahren ihr Maximum in der Gegend um 3 GHz.

Leistungssteigerungen gibt es bei CPUs durch mehr und mehr Kerne, das muss aber Betriebssystem und Anwendung mitmachen. Hier sind noch längst nicht alle Softwarepakete und Betriebssystem optimiert. An dieser Stelle wird, meiner Meinung nach, in den nächsten Jahren am Meisten passieren. Nicht jedes Problem eignet sich allerdings dafür, auf viele Cores verteilt, be- oder verarbeitet zu werden.

Bei Festplatten gibt es seit ein paar Jahren Flash-Disks bzw. SSDs. Sie beeindrucken mit erstaunlicher Performance, aber sie sind kein Garant für eine Steigerung der Leistung des Gesamtsystems. Wieviel eine SSD bringt und an welcher Stelle sie optimal im I/O-Subsystem eingesetzt wird, hängt stark von der Anwendung ab.

Das Geschäft mit IT-Hardware ist eigentlich ein ziemlich schmutziges. Das mit Software je nach Blickwinkel auch. Open Source macht es häufig ein kleines bisschen sauberer.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der sys4 AG.

More Balanced Work-Life-Balance

Today is my 5th day of my new 4-day work week. A couple of weeks ago I decided, that I need some more spare time and want to have less working hours. Thanks to the two CEOs of the company I work for – both of them act as my bosses – this week will be my first 4-day work week of many more to come. I’m really looking forward to this huge add-on to my spare time, which will most of the time be Friday each week.

Whenever I told friends and colleagues about my plans or – later on – about the company allowance, I was asked for reasons, why I did this. I’ll „earn“ a loss of salary together with a loss of vacation days, so this question is eligible. Well… In the last months I did some deep thinking about myself, my role in the society, what I want to accomplish for me and my environment/friends, and where/what I want to be in a few years from now. Partly, those thoughts were initiated and accelerated by some gallbladder disease I suffered from beginning this year, partly I was highly unmotivated at my day job as a Unix systems engineer and consultant. Coming all together, I did some calculation on my monthly bills and decided, there’s headroom enough to waive some money in order to gain some more quality in (my) life.

People also ask me, what my plans are, what I intend to do in the gained spare time. Well… There is quite a huge pile of unread books (grows quicker than I can read off), I will intensify my career as a spare time drummer. There are lots of ideas in my head for macro photography, my soldering iron is full of dust, there is a microcontroller development board under the same dust layer begging for attention for months already. Then there occasionally is some house work to do. Cooking for Her, laundry, dishes. And then there is some ongoing discussion and negotiation with some friends and family about an alternative, very nature and people friendly way for our future living, which also needs some time which I am willing to spend. Besides all that and knowing me for several years now, I’m pretty sure, there won’t raise any boredom :-) From time to time, some outcome will be posted here in this blog.

I’m really looking forward to this one more free day a week and I’m really thankful to my company for engaging in my wish. Thank you!

Regelkreis Erde

Aus der Flora und Fauna kennen wir Menschen genügend Beispiele der natürlichen Selektion. Ein Überbestand an Insekten verhilft Vögeln zu einem Schlaraffensommer, im Jahr darauf ist wieder Ruhe mit den Mücken. Wenn es zuviel Rotwild gibt, das über den Winter nichts zu Fressen findet, dezimiert sich automatisch der Bestand im Folgejahr. Wann immer von einer Sorte zu viel da ist, wehrt sich der Planet in einem natürlichen Regelprozess und gleicht aus.

Nun ist der Mensch an sich ja auch nur Teil seiner Umwelt und damit gelten für die Gattung Homo Sapiens ja wohl die selben Naturgesetze, wie für alle anderen Lebensformen auf diesem Planeten. Aber wie passiert diese natürliche Selektion beim Menschen? Greifen wir da mit Schulmedizin über lebensverlängernde Maßnahmen nicht mutwillig in ein eigentlich natürliches Gleichgewicht ein? Wie reguliert sich eigentlich Überbevölkerung beim Menschen in der heutigen Zeit? Muss man vielleicht moderne Seuchen wie AIDS als Regulierungswerkzeug des Planeten verstehen? Gehören vielleicht unsere modernen Zivilisationskrankheiten (Übergewicht, Herzinfarkte, Krebs) auch zum Gleichgewichtsinstrumentarium unserer Erde? Und was ist mit dem, was wir Menschen gerne (und inflationär) als Naturkatastrophen bezeichnen? Also Dinge wie Wirbelstürme, Überschwemmungen und Flächenbrände?

Telepolis hatte vor ein paar Wochen mal einen Artikel über schrumpfende Städte. Ist das möglicherweise auch ein natürlicher Regelprozess? Die Erde holt sich so ehemals be- und verbaute Fläche still und leise wieder zurück. Ich finde das sympatisch.

Ist Green IT ein reines Hardware-Problem?

Glaubt man dem Internet und dem Marketing-Gebrabbel, ist Green IT überwiegend ein Hardwareproblem. Man baut – und verkauft – effizientere Netzteile, sparsamere CPUs, überlegt sich neue Klimatechnik für Serverräume und Rechenzentren. Soweit so gut.

Aber was machen eigentlich die Software-Hersteller und deren Programmierer? Anstatt effektiven Code zu schreiben, der auch auf etwas angestaubter Hardware noch performant läuft bläst man Software auf. Immer mehr Speicher, immer mehr CPU, immer mehr Platte. Geht das wirklich nicht anders? Der umweltschonendste Server ist doch immer noch der, der erst gar nicht gebaut werden muss …

Synapsenfeuer

Von einem normalen Arbeitstag nach Hause kommen und schon auf dem Heimweg merken, dass der Abend mal wieder nicht reichen wird, um allen neuen Ideen nachzugehen und alle neuen Gedankenblitze und Eindrücke zu sortieren. Manchmal hasse ich meine Synapsen dafür.

Digitale Signaturen – tauglich oder untauglich?

In einem schon ziemlich alten Aufsatz erklärt der Security-Papst Bruce Schneier sehr schön – leider in englisch – den nicht mal so kleinen aber insbesondere feinen Unterschied zwischen einer digitalen, von einer Maschine erzeugten Signatur und einer lebendigen Unterschrift, erzeugt von einem Menschen mit Kugelschreiber auf Papier. Auch digitale Signatur hat Grenzen. Womöglich engere, als man gemeinhin annimmt …

Monty Python über Backup

Gibt’s nicht? Gibt’s doch: John Cleese macht als Dr. Harold Twain Weck, Direktor des Institute for Backup Trauma Werbung für sein Institut.

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Zugegeben, eigentlich ist das Werbung für LiveVault, eine Backup-Firma vorzugsweise im Bereich Backup-to-Disk. Gut gemacht ist es trotzdem. Enjoy!

Synapseninferno geht online

Hurra! Die Domain ist da und geschaltet. Die Files sind von der Entwicklungsplattform umgezogen und schwupps feuern die Synapsen ein infernalisches Synapseninferno!

Todo: Layout und RSS-Feed. Wenn das alles tut, verschwindet auch die beta version.