
Irgendwann am Beginn meines Lebens – es muss kurz nach meiner Geburt gewesen sein – habe ich die
Faszination Lärm für mich entdeckt. Kurze Zeit später fing ich an, mit allerlei Handwerkszeug auf allerlei Töpfe, Kessel, Kisten und Schachteln zu schlagen. Mit großem Spaß. Selbst Hammer und Amboß in der benachbarten Dorfschmiede blieben nicht verschont. Irgendwann war ich alt genug für Musikschule. Schlagzeug wollte ich lernen. Aber im
oberbayerischen Outback lernt man kein Schlagzeug. Da lernt man
Quetschn,
Trompete,
Klarinette oder
Posaune. Wegen der örtlichen
Blaskapelle vom örtlichen
Trachtenverein. Ich wollte aber lieber lauten, dreckigen
Rock'n'Roll und lehnte dankend ab.
Aber das Glück war mir hold: Einer meiner zahlreichen Cousins – ein paar Jahre älter als ich und nur zwei Straßen weiter wohnend – kaufte sich mit 18 kurzerhand ein Schlagzeug ins Zimmer. In einer Musikerfamilie ging das, der Vater baute in seiner Freizeit
Alphörner. Und auf diesem Schlagzeug (von
Sonor aus dunkelgrau getöntem Acrylglas) durfte ich täglich nach der Schule ein paar wenige Stunden üben, wenn ich wollte. Großartig!
Ein guter Freund von mir – auch Musikerfamilie – suchte dann einen Schlagzeuger für eine Band an seiner
Schule. Schlagzeug nebst Probenraum vorhanden. Meine Chance! Ab sofort also mindestens einmal wöchentlich Bandprobe in der Schule. Die passende Musikrichtung suchten wir noch. Den passenden Namen auch. Irgendwann war das Schuljahr zu Ende, und die Schule brauchte eine Band für die Abschlußfeier. Ehrensache, dass wir das Engagement bekamen. Auch ohne Bandnamen. Das war unser erster und zugleich letzter öffentlicher Auftritt: Mit Ende des Schuljahres war zugleich unsere Schulzeit zu Ende und jeder von uns vier fing eine Berufsausbildung in unterschiedlichen Ecken
des Landkreises an. Es fand sich kein brauchbarer regelmäßiger Termin mehr für gemeinsame Proben. Damals war ich 17 Jahre alt. Mitten in den 80ern.
Seitdem bin ich viel rum gekommen, Ausbildung fertig, Abi nachgeholt, Studium, und seit 1998 eine Stelle als Ingenieur. Während der ganzen Jahre hatte ich mein letztes paar Drum Sticks immer griffbereit aufbewahrt. Machte ein paar Akrobatikübungen damit und klopfte mal auf Tischplatten, mal auf Holzstühlen und mal auf dem Oberschenkel zu Musikkonserven. Für ein eigenes Drumkit war in der Zeit immer irgendwie nie Gelegenheit. Kein Geld, kein Platz, Mietwohnung mitten in der Stadt etc. Bis vor ein paar Monaten. Im Haus von $freund wurde plötzlich ein Kellerraum frei, $freund spielt außerdem ein bisschen Gitarre und $freund machte den Vorschlag, uns in seinem Keller doch einen Probenraum einzurichten. Yay! Meine nächste Chance! Aber dieses Mal gleich richtige Nägel mit Köpfen. Großen Köpfen.
Also Schlagzeug aussuchen. Was ich von Anfang an wusste: weiß gesprenkelt soll es sein. Alles andere war mühsam: Welcher Hersteller? Holz oder Kunststoff? Metallsnare oder Holzsnare? Lackiert oder mit Folie? Wie viele Schichten Holz? Wie viele Toms? Und in welcher Größe? Welche Fußmaschine? Und welche Hi-Hat? Und Becken brauche ich dann ja auch noch. Puh! Und überhaupt: Wieviel Geld wollte ich eigentlich ausgeben? Das billige Aldi-Teil geht bei etwa 250€ für ein komplettes Einsteigerset los. Aber so ähnlich klingt es auch. Und ich wollte ja die Spielfreude auch nicht gleich in der ersten Woche schon wieder verlieren, nur weil das Ding mehr scheppert als dass es Wumms macht. Nach oben gibt es im Preis so gut wie keine natürliche Grenze. Außer das eigene Bankkonto.
Tja, und da saß ich nun. Klickte mich durch die Seiten von Herstellern und Versendern, las
in Webforen und
Fachzeitschriften. Stunden-, tage- und wochenlang. Ohne wirkliches Ergebnis.
Und dann hatte ich mal wieder Geburtstag. So mitten drin im Jahr. Noch nicht den 40sten, aber ziemlich nahe dran. Und da kam
sie in mein Leben. Von
ihr. Eine
dw drums Holzsnare in wirklich
schickem glitzerrot, 14"x6". Mit einem sagenhaften Klang. Meine Güte. Ausgerechnet dw. Die Firma, von der ich immer schon so gerne ein Drumkit haben wollte, die mir aber immer zu teuer war. Die machen halt Profi-Ausrüstung. Stabil, durchdacht, gute Quailtät, toller Sound, dicke Preise. Aber gut, muß ja den Rest nicht zwingend vom selben Hersteller haben. Eine Snare läuft da ja sowieso irgendwie extra.
Zwei Wochen später war ich dann
im Laden aus dem auch die Snare ist. Auf der Suche nach einer bezahlbaren
Hi-Hat-Maschine. Und habe eine gefunden. Am oberen Ende dessen, was ich ausgeben wollte. Wie es der Zufall will, ist auch das eine von dw geworden. Vielleicht war es auch doch kein so arg großer Zufall...
:-) Bei der Gelegenheit habe ich dann auch gleich mal nach Preisen für eine passende Fußmaschine und einen Satz Kessel gefragt.
*uff* Aber mei... andere kaufen sich mit 40 einen Porsche oder eine dicke Harley. Dagegen ist so ein kleines dw Drumkit ein echtes Schnäppchen. Und macht mindestens genauso viel Spaß.
Wie es der Zufall will, habe ich dann auch noch bei einem Versender für Trommelware eine passende Doppelfußmaschine im Ausverkauf gefunden, auch von dw. Für den Anfang vielleicht eine Nummer zu groß, so mit zwei Pedalen, aber ich wachse da schon noch rein. Einen Satz brauchbarer Becken von
Istanbul gab's im gleichen Ausverkauf auch noch gleich dazu.
Was im Moment noch fehlt, sind die Kessel. Die sind immerhin unterwegs. Bestellt Anfang September, Liefertermin Anfang Dezember. Bis dahin ist der Probenraum dann auch fertig. Einziehen wird für's erste eine 22"x18" Bassdrum, ein 12"x9" Tom Tom und ein 16"x14" Floor Tom. In schickem glitzerweiß. Bei dw nennt sich das
Finish Ply Broken Glass und
sieht so aus. $freund spendet dann auch hoffentlich das versprochene rosa Schleiferl
:-)
Bilder folgen.